Sonntag, 9. Juli 2017

Rezension zu ,,Drei Meter unter Null" von Marina Heib

 Das Buch ,,Drei Meter unter Null" von Marina Heib ist am 06. März 2017 im Heyne Encore Verlag erschienen.

Inhalt:

Sie beobachtet ihre Opfer. Sie plant ihre Morde. Nichts will sie dem Zufall überlassen. Sie schlägt den Weg der Gewalt jedoch nicht ohne Grund ein. Ihr Leben lang bemühte sie sich um ein normales Leben. Doch die Hülle der Normalität umschloss eine tiefe Verzweiflung, die sie zu verbergen wusste. Bis zu einem nebligen Donnerstag im November. Dem Tag, an dem sie beschließt, eine Mörderin zu werden. Sie will die Dämonen vernichten. Sie will Rache. Sie empfindet kein Mitleid. Sie sollen leiden. Genau wie sie. (Klappentext)

Cover:

Das Cover passt zum Buch, es verbirgt etwas. Man hat eigentlich keine Ahnung, was diese dunklen Treppen aussagen sollen. Doch dieses Rätsel löst sich und dann versteht man auch, was es mit dem Titel ,,Drei Meter unter Null" auf sich hat.

Charaktere:

Die Protagonistin ist die wohl undurchsichtigste Person in diesem Buch. Am Anfang denkt man bei ihren Taten noch an Zufallsopfer, doch immer mehr kristallisiert sich heraus, was diese Frau für eine Vergangenheit an und inwiefern sie die Opfer kennt..

Ehrlich gesagt baut man keine große Beziehung zur Protagonistin auf, denn durch ihr Morden erscheint sie zuerst nicht gerade als Sympathieträger. Man versteht aber ihr Leiden, und auch ihre Sorgen, denn ihr Leben verläuft nicht gerade gradlinig. In der Kindheit hegt sie noch ihren großen Traum ,,Pippi Langstrumpf" zu werden, und wird später zur Mörderin ..

Meine Meinung:

Am Anfang des Buches fiel mir direkt die gehobene Sprache auf, die in vielen Thrillern unüblich ist. Durch die Vermischung eines solchen Schreibstils mit der Spannung, die im Buch aufkommt, entsteht etwas Besonderes. Man liest gerne weiter, und wenn ich ehrlich bin war es auch dieser Schreibstil, der mich am Buch fesselte.
Ich muss nämlich sagen, dass die Spannung sich im Buch erst ein mal entwickeln muss. Am Anfang noch recht ,,normal" entwickelt sich das Buch aber schnell zu einem spannenden Thriller.

,,Denn wenn sich an einem Ort mehrere Wölfe zusammenrotten, riechen die Schafe irgendwann die Gefahr und fangen an zu böken. Von wegen Schweigen der Lämmer." S.118
Mysteriös ist natürlich, warum die Protagonistin mordet und man denkt wirklich am Anfang, dass hinter den Taten nichts als reine Mordlust steht. Die Aufklärung darüber erfährt man nach und nach, was mir sehr gut gefiel. So hielt der Spannungsbogen.

,,Ich rieche wie ein wildes Tier. Ich bin ein wildes Tier. Wenn die Polizei mich mit Hunden sucht, werden die Hunde die Wölfin riechen und Angst bekommen." S. 135

Die Taten der Frau sind abstoßend und vielmals eklig, doch passen sie zu einem Thriller. Doch auch die Taten der ,,Täter", wie ich sie nennen möchte, um nichts zu verraten, sind schrecklich und man kann mitfühlen, wieso die Protagonistin solche Mordgelüste entwickelt.
Das Ende ist wirklich gelungen, und ist zudem auch richtig überraschend.

Fazit:
Ein lesenswerter Thriller, der durch seine tolle Sprache überzeugt. Mir kam die Spannung am Anfang ein wenig zu kurz, weswegen ich 4 Sterne geben möchte.

☆☆☆☆